European Accessibility Act

European Accessibility Act

Der European Accessibility Act aus 2019 sieht die Umsetzung digitaler Barrierefreiheit bis spätestens zu 2025 vor. Der öffentliche Sektor ist bereits von der Pflicht zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit betroffen. Doch was genau sieht der Europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit vor? WIR für Barrierefreiheit verschafft Ihnen einen Überblick.

Barrierefreiheit im Fokus

Die Barrierefreiheit ermöglicht allen Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Einrichtungen, Gegenständen und Dienstleistungen des täglichen Lebens. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Personen eine Behinderung/ Beeinträchtigung haben oder nicht. Die Nutzung soll ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe möglich sein. Alle Produkte kommen ohne eine zusätzliche Anpassung aus.

 

Dieser Grundsatz entspricht ebenso dem Gedanken von „Design For All“. Design für alle ist ein Konzept für die Planung und Gestaltung von Dienstleistungen, Produkten und digitalen Infrastrukturen. Das Ziel ist hierbei, dass allen Menschen die Handhabung und Nutzung ohne individuelle Anpassungen oder besondere Assistenz möglich ist. Gemeint sind damit Lösungen, die besonders benutzerfreundlich und auch bei individuellen Anforderungen leicht bedient werden können. Design-für-Alle-Lösungen sollten von den Konsumenten als komfortabel und attraktiv wahrgenommen werden.

 

Die gemeinsamen europäischen Normen für die Barrierefreiheit (European Accessibility Act) tragen dazu bei, Hindernisse für behinderte und nicht behinderte Menschen abzubauen.

Der Rechtsakt im Detail

2015 gab es einen Vorschlag für eine „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates“ zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen. Daraus resultierte im April 2019 die EU-Richtlinie 2019/882 – auch als European Accessibility Act (EAA), oft auch als E-Commerce-Richtlinie bekannt. Diese Richtlinie wird viele Unternehmen und sonstige Anbieter zu mehr Barrierefreiheit bei ihren Produkten und Dienstleistungen verpflichten. Werden diese Normen in allen Mitgliedstaaten erfolgreich umgesetzt, wirkt sich dies auch positiv auf den jeweiligen Binnenmarkt aus. Waren und Dienstleistungen können freier zirkulieren. 

In den vergangenen Jahren wurde die digitale Barrierefreiheit für öffentliche Anbieter mit Hilfe gesetzgeberischer Maßnahmen vorangetrieben. Aktuell erweitern sich die Regelungen nun auch auf  privatwirtschaftliche Unternehmen.

Die Richtung des Rechtsaktes ist eindeutig definiert:

Eine Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der gesamten EU. Diese Verbesserung gilt sowohl für die digitale Welt, als auch ausdrücklich für den E-Commerce.

European Accessibility Act: Was genau fällt unter E-Commerce?

Unter Electronic-Commerce (Elektronischer Handel), werden alle Formen des Handels im Internet zusammengefasst, egal ob mobil per Smartphone oder direkt über PC und Laptop.

Die gültige Richtlinie 2019/882 umfasst ausdrücklich den elektronischen Handel und Dienstleistungen im Rahmen eines Verbrauchervertrages. Wichtig ist, dass alle Mitgliedsstaaten diese Richtlinie selbstständig in nationales Recht umwandeln. Die Richtlinie muss bis zum 28. Juni 2022 in nationales Recht überführt und ab dem 28. Juni 2025 angewendet werden.

 

In der Praxis bringt dies einige Vorteile mit sich:

  • Steigerung der Unternehmensreputation im Rahmen der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung
  • Erweiterung der Zielgruppe & Maximierung der Kundenzufriedenheit
  • Neue Möglichkeiten eines vereinfachten, grenzübergreifenden Handels
  • Gemeinsame Vorschriften für die Barrierefreiheit und damit gemeinsames Handeln und Auftreten in allen EU-Ländern
  • Erweiterung der barrierefreien Produktpalette und damit höhere Marktchancen

Speziell für ältere Menschen sowie für Menschen mit Beeinträchtigungen lässt sich der Alltag mit digitaler Barrierefreiheit erheblich erleichtern.

Um welche Produkte & Dienstleistungen geht es?

Der Europäische Rechtsakt behandelt Produkte und Dienstleistungen‚ die für Menschen mit Behinderungen als besonders wichtig eingestuft wurden. Hierzu zählen:

  • Websites, Computer und Betriebssysteme
  • Geldautomaten, Fahrausweis- und Check-in-Automaten
  • Smartphones
  • Fernsehgeräte für digitale Fernsehdienste
  • Telefondienste und dazugehörige Geräte
  • Zugang zu audiovisuellen Mediendiensten wie Fernsehsendungen und damit verbundenen Verbraucherendgeräten
  • Dienstleistungen im Bereich Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsverkehr
  • Bankdienstleistungen
  • E-Books
  • elektronischer Geschäftsverkehr

Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft bieten sich den Nutzern neue Möglichkeiten des Zugangs zu Informationen und Dienstleistungen. Es ermöglicht eine stärkere gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger. Eine eigenständige Lebensführung und Wahlfreiheit wird gefördert und es trägt außerdem zur Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen bei.

Die Menschen erhalten einen breiteren Zugang zu Dienstleistungen über Websites und mobile Anwendungen. Diese Dienstleistungen und Informationen können für den Alltag jeder Person hilfreich und nützlich sein.

Vorteile des barrierfreien Web

Mittels e-commerce werden Informationen zwischen Anbietern/Unternehmen und dem Kunden schneller ausgetauscht. Eine gewisse Einfachheit und Bequemlichkeit des Online Einkaufes sorgt bei vielen Menschen für eine angenehme und befriedigende Kauferfahrung. Die Kundenbindung an das Unternehmen wird hierdurch gefördert.

Vorteile des e-Commerce für den Kunden:

  • Onlineshpos sind rund um die Uhr geöffnet
  • Preise können in Echtzeit verglichen werden
  • In einem Onlineshop sind mehr Artikel zu finden als in vielen Einkaufsmärkten
  • Produkte sind seltener ausverkauft
  • Transparente Preisgestaltung
  • oft kostenfreier Versand
  • von der Bestellung bis zum Erhalt sind es meistens wenige Tage oder sogar Stunden
  • vielfältige Produktpalette und weltweiter Zugriff auf Angebote und Dienstleistungen
  • Weltweiter Versand und Handel
  • Bestellungen zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt
  • Online-Zahlungsmethoden
  • Keine Fahrtkosten
  • Zeitersparnis
  • Erledigung von Bank-und Finanzgeschäften ohne persönliche Beratung möglich
  • Auch Nischenprodukte sind leicht zu erhalten, was gerade für Menschen mit Behinderung/Beeinträchtigung sehr wichtig ist (z.B.: spezielle Hilfsmittel)

European Accessibility Act: wir sind Ihr Partner für Barrierefreiheit

Ein barrierefreies Web ist nicht nur Zeichen und Ausdruck einer offenen, demokratischen und integrativen Gesellschaft. Auch volkswirtschaftliche Gründe machen Barrierefreiheit zu einem zentralen Thema. Weltweit wächst die Gruppe von Menschen mit temporären oder dauerhaften Beeinträchtigungen. In dieser Gruppe gibt es Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen oder Personen mit einer kurzfristigen Einschränkung. All diese Menschen benötigen gut zugängliche Websites, mit benutzerfreundlichen Elementen. Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen digitale Angebote gleichermaßen nutzen können, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und gesundheitlichen Einschränkungen.

WIR für Barrierefreiheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, hierfür einen Beitrag zu leisten. Wir bieten Ihnen die Erstellung barrierefreier PDFs, barrierefreier Websites oder auch barrierefreies Design. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot!

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