Barrierefreie Kommunikation

Barrierefreie Kommunikation

Barrierefreie Kommunikation & Ihre Wichtigkeit. Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Menschen mit Behinderungen. Das sind über 15 % der gesamten Weltbevölkerung. Doch die Anwendungen sind in den meisten Fällen nur für den Durchschnittsbürger gemacht. Bedeutet, dass eine große Gruppe an Menschen nicht ausreichend auf das Internet und dessen Inhalte zurückgreifen kann. Die Anwendungen sind in den meisten Fällen jedoch nur für den Durchschnittsbürger gemacht. Bedeutet, dass eine große Gruppe an Menschen nicht ausreichend auf das Internet und dessen Inhalte zurückgreifen kann. Das trifft nicht nur auf Menschen mit Behinderungen im klassischen Sinne zu, sondern auch auf alle anderen Personenkreise mit Einschränkungen. Die verpflichtende Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit regelt der European Accessibility Act

WIR für Barrierefreiheit verschafft Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Facetten der barrierefreien Kommunikation.

Was wird unter Barrierefreiheit verstanden?

Der Begriff Barrierefreiheit stammt ursprünglich aus dem Bauwesen und bezeichnet Gebäude, die ohne Hindernisse, beispielsweise für Rollstuhlfahrer, zugänglich sind. Im Bereich der Informationstechnologie wurde der Begriff erstmals 1993 als Metapher für „Benutzungsschnittstellen von Software“ verwendet. Schon damals bestand die Forderung, dass sämtliche Informationen des Internets allen Nutzern, unabhängig von der Verwendung  bestimmter Programme, zugänglich gemacht werden müssen.

Barrierefreiheit schließt Menschen mit, aber auch ohne Behinderung oder altersbedingten Einschränkungen ein. Im Allgemeinen darf niemandem irgendeine Form von Barrieren in den Weg gelegt werden. So ist es wichtig, dass auch nichtbehinderte Nutzer nicht den Zwang auferlegt bekommen, genau die Hard-und Softwarekonfiguration zu verwenden, wie der Ersteller des Angebotes. Es geht hierbei darum, dass ein Programm auf verschiedenen Plattformen ausgeführt werden kann. Ein Internetangebot soll dabei sowohl mit Bildschirmen beliebigen Formats als auch mit Handys nutzbar sein.

Barrierefreie Kommunikation heißt also, alle vorhandenen Blockaden zu beseitigen oder sie so weit wie möglich zu vermeiden. Dadurch kann ein Mehrwert für alle Menschen generiert werden. Wenn die Online-Angebote für sämtliche Nutzer gut erreichbar sind und deren Inhalte, unabhängig von gesundheitlichen Einschränkungen aller Art, bestmöglich genutzt werden können, dann spricht man von barrierefreien Websites.

Barrierefreie Kommunikation: Welche Personengruppen profitieren?

Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen fühlen sich oft ausgegrenzt oder können auf Grund unterschiedlicher Handicaps nicht am gesellschaftlichen/beruflichen Leben teilnehmen. Ihr eingeschränkter Alltag verlangt ihnen viel ab und so ist es für sie essentiell, dass sie möglichst umfassend an der digitalen Welt teilhaben. Laut Statistik sind Menschen mit Behinderung überdurchschnittlich häufig im Internet. Um das Angebot allumfassend nutzen zu können, benötigen sie eine spezielle Aufbereitung der Webangebote. Dies betrifft aber nicht nur behinderte Menschen, denn auch Personen mit Migrationshintergrund, ohne entsprechende Sprachkenntnisse des jeweiligen Landes, hören oft besser, als sie lesen, ebenso ältere Leute oder Kinder.

Die einzelnen Nutzergruppen im Überblick

So kristallisieren sich für jede Nutzergruppe unterschiedliche Anforderungen an die Websites und Dokumente heraus:

Menschen mit einer Seheinschränkung

  • Müssen die Schriftgröße an ihre Sehleistung anpassen können
  • Benötigen eventuell stärkere Kontraste, klarere Schriften, eine Anpassung der Farben von Schrift und Hintergrund
  • Sind bei der Navigation, die ausschließlich aus Bildern besteht, benachteiligt
  • Animierte und blinkende Texte lenken sie von den eigentlichen Inhalten ab
  • Farbfehlsichtigkeit wird zum Problem, wenn die Informationen allein über Farbe vermittelt werden
  • Sehbehinderte benötigen oftmals eine Bildschirmlupe, um noch etwas zu erkennen
  • Über eine Braillezeile, mit entsprechender Software, kann von blinden Menschen ein gut strukturierter Text gelesen werden
  • Mit einem Bildschirmleseprogramm kann sich die blinde Person Texte vorlesen lassen
  • Bilder, Grafiken oder Fotos sollten für Blinde alternativ mit Texten ergänzt werden

Menschen mit motorischen Störungen

Personen mit dieser Art von Einschränkungen können oft die Maus nicht bedienen, deshalb navigieren sie mit der Tastatur. Damit die jeweiligen Internetseiten gut mit der Tastatur bedienbar sind, müssen die Elemente in einer sinnvollen Reihenfolge angesteuert werden. Eine weitere Möglichkeit bietet die kabellose Mund-Computermaus. In jedem Fall erleichtern softwarebasierte Bedienungselemente diesen Menschen die Navigation von Websites.

Menschen mit kognitiven Behinderungen

Diese Personengruppe hat Schwierigkeiten, lange und umständlich formulierte Texte mit umfangreichen Schachtelsätzen und Fremdwörtern zu verstehen. Auch eine komplizierte Navigation stellt sie vor große Herausforderungen. Hierfür ist es sinnvoll, Websites in „leichter Sprache“ zu verfassen und auch Übersetzungen so einfach wie möglich zu halten. Die Inhalte sollten klar verständlich und einfach sein.

Menschen mit Einschränkungen im Hörvermögen

Gehörlose Menschen haben in den meisten Fällen die Gebärdensprache gelernt. Für sie ist die Schriftsprache oft eine fremde Sprache und kaum verständlich. Akustische Inhalte können von ihnen nicht wahrgenommen werden. Sie benötigen Websites, die in Gebärdensprache dargestellt werden oder durch visuelle Inhalte ersetzt und begleitet werden.

Menschen in höherem Alter

Diese Gruppe zeigt heutzutage ein stetiges Wachstum an. Sie sind allerdings nicht mit den technischen Neuerungen und rasanten Entwicklungen des World Wide Web aufgewachsen und sehen sich deshalb oft mit großen Schwierigkeiten im Internet konfrontiert. Die Websites sind zu komplex und dynamisch aufgebaut, um sich dort gut zurecht zu finden. Hier müssen sich die Webangebote stärker an den Bedürfnissen dieser Zielgruppe orientieren.

Menschen mit einer Leseschwäche

Menschen mit einer solchen Schwäche können je nach Einstufung einzelne Buchstaben, Worte oder einfache Sätze und Texte lesen. Auf normalen Internetseiten sind sie überfordert und benötigen eine spezielle Software, mit der die Inhalte vorgelesen werden. Auch Legastheniker und Personen mit einer Lese-und Rechtschreibschwäche profitieren davon.

Barrierefreie Kommunikation ist unser Kompetenzbereich

In einem Miteinander in der Gesellschaft wird keine Person ausgeschlossen. Jeder Mensch ist ein anerkannter Teil der Gesellschaft unabhängig von Herkunft, Behinderung, Glauben oder Lebensalter. Egal wie er aussieht oder welche Sprache er spricht – jeder hat ein Recht auf Information und Bildung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass neben den technischen Zugangsbedingungen, die Inhalte der Websites übersichtlich und in leicht verständlicher Weise dargestellt werden.

Barrierefreie Kommunikation heißt: dem Thema angepasste Anforderungen an BildungAusbildung und intellektuelles Niveau zu stellen. Dieser Kontext ist wichtig, um die Forderungen nach Gleichberechtigung von gehandicapten Menschen zu realisieren, erfasst aber auch die Probleme älterer Menschen und sozial benachteiligter Schichten.

Gut ist eine Website, wenn sie für jeden problemlos zugänglich ist!

Websites sollen:

  • Eine übersichtliche Navigation haben
  • Klar aufgebaut sein
  • Mit einfachen Texten gestaltet werden
  • Zwischenüberschriften haben, die eine Struktur geben
  • Lesefreundliche Schriftarten haben
  • Steuerbar sein, auch mit Multimedia Elementen
  • Typische Elemente (Überschriften, Tabellen usw.) in der gewünschten Reihenfolge aufzeigen
  • Vorder-und Hintergrund gut farblich abstimmen
WIR für Barrierefreiheit ist Ihr Partner in allen Bereichen digitaler Barrierefreiheit. Wir bieten Ihnen die Erstellung barrierefreier PDFs, barrierefreier Websites oder auch barrierefreies Design. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot!

European Accessibility Act

European Accessibility Act

Der European Accessibility Act aus 2019 sieht die Umsetzung digitaler Barrierefreiheit bis spätestens zu 2025 vor. Der öffentliche Sektor ist bereits von der Pflicht zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit betroffen. Doch was genau sieht der Europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit vor? WIR für Barrierefreiheit verschafft Ihnen einen Überblick.

Barrierefreiheit im Fokus

Die Barrierefreiheit ermöglicht allen Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Einrichtungen, Gegenständen und Dienstleistungen des täglichen Lebens. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Personen eine Behinderung/ Beeinträchtigung haben oder nicht. Die Nutzung soll ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe möglich sein. Alle Produkte kommen ohne eine zusätzliche Anpassung aus.

 

Dieser Grundsatz entspricht ebenso dem Gedanken von „Design For All“. Design für alle ist ein Konzept für die Planung und Gestaltung von Dienstleistungen, Produkten und digitalen Infrastrukturen. Das Ziel ist hierbei, dass allen Menschen die Handhabung und Nutzung ohne individuelle Anpassungen oder besondere Assistenz möglich ist. Gemeint sind damit Lösungen, die besonders benutzerfreundlich und auch bei individuellen Anforderungen leicht bedient werden können. Design-für-Alle-Lösungen sollten von den Konsumenten als komfortabel und attraktiv wahrgenommen werden.

 

Die gemeinsamen europäischen Normen für die Barrierefreiheit (European Accessibility Act) tragen dazu bei, Hindernisse für behinderte und nicht behinderte Menschen abzubauen.

Der Rechtsakt im Detail

2015 gab es einen Vorschlag für eine „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates“ zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen. Daraus resultierte im April 2019 die EU-Richtlinie 2019/882 – auch als European Accessibility Act (EAA), oft auch als E-Commerce-Richtlinie bekannt. Diese Richtlinie wird viele Unternehmen und sonstige Anbieter zu mehr Barrierefreiheit bei ihren Produkten und Dienstleistungen verpflichten. Werden diese Normen in allen Mitgliedstaaten erfolgreich umgesetzt, wirkt sich dies auch positiv auf den jeweiligen Binnenmarkt aus. Waren und Dienstleistungen können freier zirkulieren. 

In den vergangenen Jahren wurde die digitale Barrierefreiheit für öffentliche Anbieter mit Hilfe gesetzgeberischer Maßnahmen vorangetrieben. Aktuell erweitern sich die Regelungen nun auch auf  privatwirtschaftliche Unternehmen.

Die Richtung des Rechtsaktes ist eindeutig definiert:

Eine Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der gesamten EU. Diese Verbesserung gilt sowohl für die digitale Welt, als auch ausdrücklich für den E-Commerce.

European Accessibility Act: Was genau fällt unter E-Commerce?

Unter Electronic-Commerce (Elektronischer Handel), werden alle Formen des Handels im Internet zusammengefasst, egal ob mobil per Smartphone oder direkt über PC und Laptop.

Die gültige Richtlinie 2019/882 umfasst ausdrücklich den elektronischen Handel und Dienstleistungen im Rahmen eines Verbrauchervertrages. Wichtig ist, dass alle Mitgliedsstaaten diese Richtlinie selbstständig in nationales Recht umwandeln. Die Richtlinie muss bis zum 28. Juni 2022 in nationales Recht überführt und ab dem 28. Juni 2025 angewendet werden.

 

In der Praxis bringt dies einige Vorteile mit sich:

  • Steigerung der Unternehmensreputation im Rahmen der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung
  • Erweiterung der Zielgruppe & Maximierung der Kundenzufriedenheit
  • Neue Möglichkeiten eines vereinfachten, grenzübergreifenden Handels
  • Gemeinsame Vorschriften für die Barrierefreiheit und damit gemeinsames Handeln und Auftreten in allen EU-Ländern
  • Erweiterung der barrierefreien Produktpalette und damit höhere Marktchancen

Speziell für ältere Menschen sowie für Menschen mit Beeinträchtigungen lässt sich der Alltag mit digitaler Barrierefreiheit erheblich erleichtern.

Um welche Produkte & Dienstleistungen geht es?

Der Europäische Rechtsakt behandelt Produkte und Dienstleistungen‚ die für Menschen mit Behinderungen als besonders wichtig eingestuft wurden. Hierzu zählen:

  • Websites, Computer und Betriebssysteme
  • Geldautomaten, Fahrausweis- und Check-in-Automaten
  • Smartphones
  • Fernsehgeräte für digitale Fernsehdienste
  • Telefondienste und dazugehörige Geräte
  • Zugang zu audiovisuellen Mediendiensten wie Fernsehsendungen und damit verbundenen Verbraucherendgeräten
  • Dienstleistungen im Bereich Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsverkehr
  • Bankdienstleistungen
  • E-Books
  • elektronischer Geschäftsverkehr

Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft bieten sich den Nutzern neue Möglichkeiten des Zugangs zu Informationen und Dienstleistungen. Es ermöglicht eine stärkere gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger. Eine eigenständige Lebensführung und Wahlfreiheit wird gefördert und es trägt außerdem zur Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen bei.

Die Menschen erhalten einen breiteren Zugang zu Dienstleistungen über Websites und mobile Anwendungen. Diese Dienstleistungen und Informationen können für den Alltag jeder Person hilfreich und nützlich sein.

Vorteile des barrierfreien Web

Mittels e-commerce werden Informationen zwischen Anbietern/Unternehmen und dem Kunden schneller ausgetauscht. Eine gewisse Einfachheit und Bequemlichkeit des Online Einkaufes sorgt bei vielen Menschen für eine angenehme und befriedigende Kauferfahrung. Die Kundenbindung an das Unternehmen wird hierdurch gefördert.

Vorteile des e-Commerce für den Kunden:

  • Onlineshpos sind rund um die Uhr geöffnet
  • Preise können in Echtzeit verglichen werden
  • In einem Onlineshop sind mehr Artikel zu finden als in vielen Einkaufsmärkten
  • Produkte sind seltener ausverkauft
  • Transparente Preisgestaltung
  • oft kostenfreier Versand
  • von der Bestellung bis zum Erhalt sind es meistens wenige Tage oder sogar Stunden
  • vielfältige Produktpalette und weltweiter Zugriff auf Angebote und Dienstleistungen
  • Weltweiter Versand und Handel
  • Bestellungen zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt
  • Online-Zahlungsmethoden
  • Keine Fahrtkosten
  • Zeitersparnis
  • Erledigung von Bank-und Finanzgeschäften ohne persönliche Beratung möglich
  • Auch Nischenprodukte sind leicht zu erhalten, was gerade für Menschen mit Behinderung/Beeinträchtigung sehr wichtig ist (z.B.: spezielle Hilfsmittel)

European Accessibility Act: wir sind Ihr Partner für Barrierefreiheit

Ein barrierefreies Web ist nicht nur Zeichen und Ausdruck einer offenen, demokratischen und integrativen Gesellschaft. Auch volkswirtschaftliche Gründe machen Barrierefreiheit zu einem zentralen Thema. Weltweit wächst die Gruppe von Menschen mit temporären oder dauerhaften Beeinträchtigungen. In dieser Gruppe gibt es Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen oder Personen mit einer kurzfristigen Einschränkung. All diese Menschen benötigen gut zugängliche Websites, mit benutzerfreundlichen Elementen. Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen digitale Angebote gleichermaßen nutzen können, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und gesundheitlichen Einschränkungen.

WIR für Barrierefreiheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, hierfür einen Beitrag zu leisten. Wir bieten Ihnen die Erstellung barrierefreier PDFs, barrierefreier Websites oder auch barrierefreies Design. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot!